Virtuelle Touren und Panoramafotografie: Fragen und Antworten

Virtuellen Touren und Panoramafotografie: Fragen und Antworten

Virtuelle Touren, bei denen der Betrachter sich interaktiv ähnlich wie in einem Computerspiel, durch das Hotel bewegen kann, sind zunehmender Bestandteil von Hotel-Websites. Kein Wunder, denn Virtuelle Touren beeindrucken – man könnte fast sagen, das Betrachten ihrer Homepage wird zum richtigen Erlebnis. Hier ein paar Fragen und Antworten:

Virtuelle Touren

Werden interaktive Panoramen die herkömmliche Fotografie ablösen?

Das interaktive Panoramen gerade dabei sind, die herkömmliche Fotografie abzulösen, glaube ich nicht. Beide Darstellungsformen haben ihre eigenen Qualitäten. Virtuelle Touren faszinieren, und man kann sich lange damit beschäftigen, ähnlich einem kleinem Spiel. Fotos hingegen können schneller erfasst werden, man bekommt also einen schnelleren Überblick. Gerade auch gemeinsam mit kurzen Textaussagen können sie stärker pointieren. Gleichzeitig werden für die gängigen Hotel-Portale immer noch fast ausschließlich Fotos verwendet.

Ich denke also: Virtuelle Touren und Fotos sind unterschiedliche Medien mit unterschiedlichen Qualitäten. Zusammen ergänzen sie sich gut.

Wie ist die technische Entwicklung bei den Virtuellen Touren?

Qualität und Verbreitung Virtueller Touren hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Dies liegt auf der einen Seite an der technischen Entwicklung von Internetverbindungen. Kaum jemand ist heute noch mit dem Modem im Internet, schnelle Verbindungen setzen sich mehr und mehr durch.  Gleichzeitig gab es herausragende Entwicklungen in der Panorama-Software. Eine Qualität, die vor 3 Jahren noch nur mit zusätzlichen Plugins erreichbar war, ist heut mit flash, das auf quasi jedem Rechner installiert ist, darstellbar.

Dies hat dazu geführt, das kleine Fensterchen mit Mini-Panoramen heute nicht mehr angesagt sind. Faszinierende Darstellungen in ganzer Monitorgröße ohne ruckeln sind Möglich, und werden mehr und mehr Standard. Der Qualitätsgewinn führt dazu, das Betrachter auf Ihrer Homepage länger bleiben, und sich stärker für Ihr Hotel interessieren werden.

Ist es eigentlich schwierig, die virtuellen Touren in die bestehende Website einzubauen?

Nein, eigentlich nicht – weder technisch noch vom Layout.
Ausgeliefert werden die Touren bei sämtlichen Anbietern in einem HTML-Code ähnlich einer Mini-Website. Dieser Code kann von Ihrem Webdesigner problemlos übernommen werden – entweder um die Tour in einem Pop-Up-Fenster zu integrieren, oder, um die Panoramen direkt in die Website einzubauen.

Die Touren sehen ja sehr unterschiedlich aus?

Ja, aus alter Zeit sieht man manchmal noch Touren aus sehr klobigen Fenstern, in denen das Panorama dann doch recht klein ist, und riesige Ränder hat. Doch das sollte bald der Vergangenheit angehören. Bei modernen Touren ist das Fenster meist komplett vom Panorama ausgefüllt, und die Navigation liegt an der Rändern über dem Panorama. Dies führt zu mehr Platz für das Panorama – und einem beeindruckenderen Ergebnis.

Kann man Ausschnitte aus den Panoramafotos als normale Fotos nutzen?

Technisch gesehen ist das, zumindest für kleinere Formate oder die Nutzung im Internet, überhaupt kein Problem. Mann kann ja einfach ein Screenshot aus dem Panorama erstellen, und schon hat man ein Foto.

Gestalterisch ist das jedoch nicht optimal. Ein Foto wird gestalterisch einfach anderes aufgebaut als ein Panorama. Während letzteres meist eher aus der Mitte des Raumes fotografiert werden, steht der Fotograf bei einem Interieurfoto häufig eher am Rand des Raumes, um diesen größerer erscheinen zu lassen. Ferner kann man in der Fotografie z.B. viel mehr mit dem Anscnheiden von Details im Vordergrund spielen als bei Virtuellen Touren.

Worin unterscheiden sich die verschiedenen Anbieter?

Neben technischen Unterschieden in der Qualität beim Zusammenbauen der Panoramen aus den Einzelbildern und in der Qualität des Touren-Layouts gibt es sehr starke Unterschiede im Umgang mit Licht in den Innenräumen, die einem häufig erst hinterher bewusst werden.

Es gibt leider eine ganze Reihe Anbieter von Virtuellen Touren, die nicht aus der Fotografie kommen, und die den Umgang mit Licht und mit dem Raum einfach nicht nicht wie ein Fotograf gelernt haben. Diese Anbieter stellen einfach nur ihr Stativ in die Mitte des Raumes, machen in jede Richtung ein Bild, und meinen, fertig zu sein. Manchmal sind die Ergebnisse okay, manchmal auch nicht.

Ein guter Panoramafotograf hingegen wird ähnlich wie ein normaler Fotograf vorgehen. Er wird das Ergebnis gedanklich schon vor Augen sehen, und die einzelnen Sessel, Stühle und andere Raumelemente entsprechend platzieren. Dann wird es sich Gedanken um die Details wie z.B. Blumen machen, und den Raum entsprechend stylen.

Dann der Umgang mit Licht. Die allermeisten Anbieter machen da gar nichts, der Umgang mit Studio-Blitzen z.B. ist ihnen völlig fremd. Ihnen reicht es, wenn alles zu erkennen ist. Wer jedoch richtig Erfahrung in der Interieurfotogarfie hat, wird eine zum Raum passende Lichtstimmung schaffen. Er wird sehen oder besprechen, ob das Licht gemütlich oder eher Kühl sein soll. Er wird Blitze benutzen, und zwar nicht wegen der Helligkeit, sondern damit die Lichtstimmung im Bild spannender wird.

Bei richtig guten Anbietern gibt es sogar die Möglichkeit, schon während des Shootings auf dem Laptop eine interaktive Vor-Ansicht der Panoramen zu bekommen. Und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen,

Daraus ergibt sich natürlich auch, das die verschiedenen Anbieter sich unterschiedlich lange Zeit nehmen werden. Und unterschiedliche Preise kalkulieren müssen.

Gibt es Anbieter, die Virtuelle Touren und herkömmliche Fotos in einem Shooting machen?

Ja, das wird von einigen Fotografen angeboten. Aus den oben genannten Gründen sollten Sie jedoch unbedingt darauf achten, das da dann die herkömmlichen Fotos nicht einfach nur Ausschnitte aus dem Panoramafoto sind, sondern jeweils vom am besten geeigneten Standpunkt aus fotografiert werden. Trotzdem spart man natürlich jede Menge Zeit und Kosten, da viele Wartezeiten, Anreise- und organisatorische Punkte nur ein mal anfallen.